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Tag 5: 200 Gegen-Protestierende in Dortmund, 150 in Unna

Dortmund
Etwa 200 Menschen störten am gestrigen Donnerstag, den 03. Mai, eine Wahlkampfkundgebung von Pro NRW. Die sog. „Bürgerbewegung“ mit dem rassistischen Programm tourt seit Ende letzter Woche durch NRW, um ihre Hetze gegen Muslime vor Moscheen im ganzen Land zum Besten zu geben.In Dortmund wollte Pro NRW vor der Moschee in der Kielstraße ihre Kundgebung abhalten, wurde jedoch von der Polizei auf den Bürgersteig an der Straßenecke Kielstraße/Nordstraße verwiesen. Der Bereich war extra für die zwölf Mitglieder der rechten Partei mit einer käfigartigen Gitterkonstruktion abgesperrt worden. In unmittelbarer Nähe sorgten die Gegendemonstrant_innen dafür, dass von den rassistischen Parolen gegen Muslime nichts zu verstehen war. Nachdem sich Pro NRW etwa zwei Stunden lang übertönen lassen musste, zog die Gruppe weiter nach Unna. (DAB)

Unna

Geschützt von einem großen Polizeiaufgebot hielt die rechtspopulistische ‘Bürgerbewegung Pro-NRW’ am gestrigen Donnerstag eine Kundgebung in der Viktoriastraße in Unna. Die Außenwirkung war durchaus gering, hatte man sich für seine rechten Parole doch einen Platz am Rande eines Industriegebiets ausgesucht. Wie in den vorigen Tagen der ‘Wahlkampftour’ reisten auch nach Unna lediglich 8 Mitglieder von ‘Pro-NRW’. Die Polizei schaffte zwischen ihnen und den rund 70 GegendemonstrantInnen ca. 50 Meter Platz. Mit Sprechchören und Trillerpfeifen wurde dennoch versucht, den Auftritt der Rechten zumindest akkustisch zu unterbinden. Zudem wurden an die BewohnerInnen Contra-geben!-Flugblätter verteilt, um über das Ansinnen der Redner zu informieren. Dies war aber auch so recht deutlich zu erkennen. Jörg Uckermann und Lars Seidensticker zeigten sich als stramme Vertreter der Parteilinie und schwadronierten munter von ‘kriminellen Ausländern’, ‘häßlichen Moscheen’ und ‘deutscher Leitkultur’.
Unter die rassistischen und nationalistischen Parolen mischten sich aber auch kompetente politische Statements: “Arbeitsschutz und Rente und Arbeitsschutz…und so weiter”. Nach dem Abspielen der Nationalhymne löste sich die krude Veranstaltung auf – die ‘Ritter des Abendlandes’ stiegen in ihren VW-Bulli. (Antifa UNited)

„fulminantes Ausrufezeichen“ – Die ganz eigene Wahrnehmung von Pro NRW

‚Pro NRW‘ ist eine Partei des Superlativ. Alles, was sie machen, verwandelt sich im Nachhinein nicht bloß in einen „vollen Erfolg“. Eine Steigerung ist immer möglich. Mini-Kundgebungen werden zu „Meilensteinen“ und einfache Infostände setzen ein „Fanal“. Zumindest in den Berichten auf ihrer Internetseite. Wer diese liest, muss denken, mensch habe es mit einer aufstrebenden Massenbewegung zu tun und nicht mit einer personell doch arg strapazierten Truppe von gescheiterten Rassist_innen. Dass ‚Pro NRW‘-Aktivist_innen ein verbohrtes Weltbild mit Hang zu parnodien Bedrohungsfantasien haben, war uns schon klar. Der Bericht über die gestrigen Veranstaltungen lässt aber vermuten, dass ihre Realtitätswahrnehmung mittlerweile total gestört ist.

So heißt es über den fünfzehn minütigen Infostand in Dortmund, er sei „erfolgreich“ verlaufen:

Zwar bot die Polizei ein enttäuschendes Auftreten und konnte nicht verhindern, dass Jörg Uckermann von einer Wasserbombe und Bernd Schöppe von Eiern getroffen wurde, aber dennoch setzten die pro-NRW-Aktivisten ein fulminantes Ausrufezeichen zum Abschluss des heutigen Tages in der Ruhrgebietsmetropole.

Drei Leute, ein Sonnenschirm, ein Auto und 15 Minuten lang Niedergepfiffen werden machen schon ein „fulminantes Ausrufezeichen“? Oha.
Weiter heißt es dann:

Auch viele interessierte Bürger hatten den Weg zur pro-NRW-Kundgebung gefunden und äußerten ihre Zustimmung.

Wo sie diesen „vielen interessierten Bürger“ gesehen haben, bleibt wohl ihr Geheimnis. Die 200 Gegendemonstrant_innen können sie doch nicht meinen?
Wer auch nicht in Dortmund anwesend war, war der eigentliche „Star“ der Bustour: Der ‚Pro NRW‘-Sponsor Patrik Brinkmann. Er hatte sich nach dem ermüdenden Auftritt in Unna-Massen wohl schon ins Hotel begeben. Naja, Schlaf tut bekanntlich gut und ‚Pro NRW‘ hat sich ja noch einiges vorgenommen. Schließlich müssen weitere „volle Erfolge“ eingeholt und „fulminante Ausrufezeichen“ gesetzt werden. Dann: „Gute Nacht“.

Wahlk(r)ampftour, zweiter Tag

Östliches Ruhrgebiet. Auch am zweiten Tag ihrer zum „Kreuzzug“ hochstilisierten Wahlkampftour schlug den Rassist_innen von Pro NRW heftiger Protest entgegen. An keinem der Kundgebungsorte konnte Pro NRW wie geplant auftreten.

Bereits gestern hatte Pro NRW Minden, Bad Salzuflen, Bielefeld und Gütersloh angesteuert. In Gütersloh brannten dem Busfahrer von Pro NRW die Sicherungen durch. Er fuhr in eine Gruppe Gegendemonstrant_innen, die nur mit Glück nicht überfahren wurde. Bericht der Antifa Jugend Minden zum gestrigen Tag

Für den heutigen Tag mobilisierte seit zwei Wochen ein Bündnis aus Antifagruppen unter dem Motto „Den Pro NRW Kundgebungen am 4. Mai Contra geben!“ zu Protesten. In Unna veröffentlichten Antifagruppen, Parteien und soziale Organisationen eine Resolution gegen Pro NRW.

Die vier Stationen des zweiten Tages:

Paderborn

Um 10:30 erreichte der Konvoi von Pro NRW den Westerntorplatz in Paderborn. Bereits hier wurden die „Kreuzzügler_innen“ von einer Gegenkundgebung übertönt. Etwa 150 Menschen machten ihrem Unmut Luft und verhinderten eine größere Außenwirkung der rassistischen Wahlkundgebung.

Soest

Auch in Soest fanden sich ca. 160 Menschen auf dem Marktplatz zusammen um gegen Pro NRW zu protestieren. Die Polizei fiel hier durch Vorkontrollen und ein martialisches Aufgebot an behelmten Polizisten unangenehm auf. Nicht verhindern konnten die eingesetzten Polizisten jedoch, das der Tourbus von Pro NRW erneut mit Eiern und Flaschen beworfen wurde. Die Polizei nahm daraufhin drei Demonstrant_innen in Gewahrsam.
Als der Konvoi Soest wieder verlassen wollte, versuchten Teilnehmer_innen der Kundgebung die Abfahrt mit einer Sitzblockade hinauszuzögern.

Unna-Massen

Nachdem der Wunschort von Pro NRW, der Unnaer Marktplatz, aufgrund der Zahlreichen Wahlkampfstände andere Parteien nicht für die Wahlkampftour zur Verfügung stand, musste Pro NRW auf den Gemeindeplatz im Vorort Massen ausweichen.
Trotz der kurzfristigen Änderung fanden 60 Menschen den Weg nach Massen, wo Pro NRW auf dem ansonsten leeren Platz am Massener Hellweg ihr Sprüchlein aufsagten. Außenwirkung gleich Null, und der Frust war ihnen zu diesem Zeitpunkt deutlich anzumerken.

Dortmund

Bereits um 17:00 sammelten sich am Platz von Netanya, dem angekündigten Kundgebungsplatz, Gegendemonstrant_innen. Gegen 17:30 wurde dann publik, dass Pro NRW auf den Platz oberhalb der Katharinentreppen ausweichen wollte. Die mittlerweile auf 200 Demonstrant_innen angewachsene Menge zog daraufhin über die Kampstraße zum Pro NRW Wahlkampfstand.
Der Tag schien bei den tapferen „Kreuzzügler_innen“ bereits seinen Tribut gefordert zu haben: statt dem Konvoi mit Bus und Lautsprecheranlage erschienen nur ein Kleinbus, dem Jörg Uckermann und Bernd Schöppe entstiegen, um neben einem Pro-NRW-Sonnenschirm ein paar Flyer zu verteilen und über ein Megafon eine Rede zu halten.
Innerhalb weniger Minuten war der Wahlkampfstand von Gegendemonstrant_innen umzingelt. Mehr als ein „Hallo Dortmund“ war nicht zu hören, alles weiter ging in den Pfiffen und Buhrufen der Gegendemonstrant_innen unter. Etwa 10 Minuten, eine Wasserbombe und mehrere Eier später ließ sich Pro NRW von der Polizei eine Gasse freiräumen und verließ Dortmund.
Ein Teil der Gegendemonstrant_innen fuhr daraufhin mit der U-Bahn nach Dortmund-Dorstfeld, um mit einer spontanen Demonstration im als Nazihochburg bekannten Stadtteil den Tag abzuschließen. Der als Lautsprecherwagen des „NW Dortmund“ genutzte Kleinbus tauchte im Verlauf der Demo auf, musste auf der Straße wenden und das Weite suchen. Mit einer Kundgebung am Wilhelmsplatz, bei der erneut über Pro NRW informiert wurde, endete die Spontandemo gegen 18:30.

Auch am zweiten Tag ihrer Wahlkampftour waren die Rassist_innen von Pro NRW damit in keiner der angesteuerten Städte erfolgreich. Wir ziehen nach zwei Wochen Vorbereitung ein positives Fazit. Unser Ziel, an allen Haltepunkten der Tour die Kundgebungen zu stören und eine Außenwirkung zu verhindern haben wir erreicht. Viel Erfolg wünschen wir den Gruppen die in den nächsten Tagen Proteste organisieren. Und an Pro NRW: macht es wirklich Spaß, 3 bis 4 mal am Tag mit Eiern beworfen zu werden?

Presseschau (Update)

Soest
Soester Anzeiger

Unna
Westfälische Rundschau
Hellweger Anzeiger
Antenne Unna

Dortmund
Westfälische Rundschau
Ruhrnachrichten
Blick nach Rechts
NRW Rechtsaußen

Dortmund: Fotobericht


Von Unna-Massen ging es für die ‚Pro NRW‘-AktivistInnen weiter nach Dortmund. Allerdings hatte sich ihre Zahl dort auf ein Viertel reduziert. Nur noch drei Personen – Jörg Uckermann, Bernd Schöppe und ihr „Bodyguard“ – trauten sich auf den Platz oberhalb der Freitreppen. Fast 200 AntifaschistInnen umlagerten den Stand, so dass Schöppe nach kurzer Zeit den Sonnenschirm einrollte und sich in seinen Bulli verzog. Den Lautsprecherwagen und den Reisebus hatten sie gar nicht erst mitgenommen. Die Polizei drängte die Protestierenden ab und ‚Pro NRW‘ flüchtete aus Dortmund. Im Anschluss demonstrierten Antifas noch spontan in Dortmund-Dorstfeld und sorgten dafür, dass sich die Nazis des ‚Nationalen Widerstands‘ verkriechen mussten. Hier geht der Fotobericht weiter. (mehr…)

Dortmund: Wie verhinder ich einen Pro NRW-Wahlkampfauftritt?

Das Dortmunder Antifabündnis ruft dazu auf, die Pro NRW Wahlkampfkundgebung am 4. Mai in der Dortmunder Innenstadt zu stören. Wie wir das anstellen wollen? Eine Anleitung in 4 einfachen Schritten:

  1. Kleidet euch unauffällig. Polizisten sind auf schwarze Kapuzen geeicht, es gibt keinen Grund es ihnen so einfach zu machen. Wenn ihr Dinge mitbringen wollt (Transpis, Pfeifen, die Zutaten für ein leckeres Omlett, etc.) besorgt euch Einkaufstüten, damit rennen in der City tausend Leute rum.
  2. Haltet die Augen offen: Pro NRW gibt ihren Ort mit Platz an der Netanya (gemeint ist wohl der „Platz von Netanya“) an. Der Ticker des Antifa Medienzentrum versorgt euch mit allen wichtigen Infos. http://identi.ca/amzdo
  3. Sobald die Rassist_innen da sind solltet ihr euch in der Nähe des Standes aufhalten. Übereilt nichts! Ihr werdet merken wenn es losgeht.
  4. Passt auch abseits der Aktion auf euch auf. Die Dortmunder Nazis könnten ebenfalls unterwegs sein.

Dortmund: Gegenaktivitäten

Dortmunder Antifagruppen rufen dazu auf Kundgebung von Pro NRW auf dem Westenhellweg zu stören. Kommt gegen 17:30 auf den Westenhellweg und bringt Utensilien zum Lärm machen mit. Wartet in der Nähe der Pro NRW Kundgebung, auf ein Zeichen geht es los.
4. Mai: ab 17:30 – Westenhellweg