„pro NRW“ stößt in Hamm nicht auf Gegenliebe

via haekelclub590

Der ProNRW Bulli mit Wiesbadener Kennzeichen, beladen mit acht Ewig-Gestrigen, zwei Deutschlandfahnen, einer islamfeindlichen Karikatur und einer Lautsprecheranlage, machte am gestrigen Mittwoch für knapp 90 Minuten Halt im Vogtskamp in Heessen in der Nähe der Yunus-Emre-Moschee. Dort versuchten sie ihre rechtsradikalen und islamophobe Hetze zu verbreiten. Organisiert von der IG BCE Heessen, riefen der haekelclub 590, der Knappenverein Heessen, die HeessenSPD und Bündnis90/Die Grünen Heessen zur Demonstration gegen proNRW auf. Um 16 Uhr begann die Kundgebung auf dem Heessener Marktplatz mit einigen Grußworten und dem Gedenken an die Opfer auf Utøya und des rechten Terrors in Deutschland.

Für eine gezielte Provokation sorgte der rechtsradikale Zafer Topak, der mit deutscher Nationalfahne und dem “Wolfsgruß” der faschistischen türkischen Partei MHP die Versammlung auf dem Marktplatz störte. Die grauen Wölfe (türk. Bozkurtlar) verfolgen den Panturkismus und verbreiten antisemitische, nationalistische und rassistische Ideologien. Zafer Topak ist in der CDU und der Jungen Union aktiv und sucht bei Veranstaltung die Nähe der CDU-Verantwortlichen und der Stadtführung, so zum Beispiel auf der Kundgebung des Oberbürgermeisters und des Moscheevereins, die ab 17 Uhr stattfand oder als am nächsten Tag Bundeskanzlerin Merkel auftrat. Es ist ein Armutszeugnis, dass Stadtführung und CDU gemeinsame Sache mit offen auftretenden Faschisten und Rechtsradikalen machen. Für uns ist klar: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

Die Verantwortlichen auf dem Heessener Markt reagierten besonnen und verwiesen Zafer Topak der Kundgebung. Die Verantwortlichen bei der späteren Kundgebung auf dem Gelände der Moschee bewiesen diese Zivilcourage nicht.

Ohne weitere Störung zogen anschließend die 150-200 Teilnehmer der Demonstration um 16:30 Uhr lautstark über die Amtsstraße, den Piebrockskamp, die Ahlener Straße in Richtung Yunus-Emre-Moschee am Hülskamp. Dabei schlossen sich noch einige Menschen an. Am Hülskamp wurde der Demonstrationszug unter tosendem Applaus von der Yunus-Emre-Gemeinde und Anwohnern empfangen und begab sich umgehend zu der Polizeisperre um dort proNRW zu empfangen.

Unterstützt durch viele Jugendliche der Yunus-Emre-Moschee und anderer islamischer Gemeinden übertönte man das dumme Geplapper von proNRW durch Gesänge und laute Musik aus der Lautsprecheranlage im Bollerwagen. Auf dem Gelände der Moschee wurden nach drei Reden bunte Luftballons in den Himmel gelassen. Auf die Problematik, dass kein gemeinsames Vorgehen möglich war und der OB den Protest von oben verordnen wollte ist genauso wenig eingegangen worden, wie auf den Sachverhalt, dass ohne den Protest den die IGBCE Heessen organisiert hatte, nur halb soviele Menschen zur Kundgebung gekommen wären. Aber das hatten wir auch nicht erwartet.

Wir danken den Organisatoren von der IG BCE und den vielen Teilnehmenden der Demonstration und der Kundgebung.