Archiv für Mai 2010

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – Tag 4

bergisch-gladbach
Manchmal reicht ein Foto aus, um alles wesentliche zu sagen. Ein Foto, wie jenes, das eine Webcam in Bergisch-Gladbach gemacht hat und das von ‚Pro NRW‘ kurzzeitig online dokumentiert wurde. Der Informationsdienst NRW rechtsaußen hat den Screenshot veröffentlicht. Deutlich wird, auch in Bergisch Gladbach hat sich wieder niemand für die Pro-Leute interessiert, abgesehen von den GegendemonstrantInnen, die durch Polizei auf Abstand gehalten wurden.
Zuvor hatte die Wahlkampfkarawane bereits in Gummersbach Station gemacht, wo 200 GegendemonstrantInnen jede Menge Lärm machten, wie die Antifaschistische Aktion Wipperfürth schreibt. Leider hätten auch „türkischstämmigen Bozkurt-Faschisten, die sich mit lautem Rufen panturkistischer Parolen und Zeigen des Grußes der „Grauen Wölfe“ hervortaten“ an der Gegen-Kundgebung teilgenommen. Der Aussage der Wipperfürther Antifas kann nur zugestimmt werden: „Eine Allianz mit türkischen Nazis darf es auch im Protest gegen deutsche Nazis nicht geben.“ Die faschistischen Grauen Wölfe sind jüngst zudem in der Diskussion, da Mitglieder von ihnen auf Funktionärsebene der CDU auftauchen. Seit vielen Jahren werden immer wieder Kontakte zwischen ihnen und der CDU öffentlich. Da viele Leute nichts über diese Organsiation wissen, sei dieses Buch allen Interessierten empfohlen.
Der Tag 4 endete in Bonn. Fazit: Überall gab es Proteste. Überall fehlten die interessierten „Massen“. Also alles wie immer beim „Kreuzzug für das Abendland“

Pro-NRW-Tour, Tag 3

Sie haben noch immer nicht genug: Heute vollzog sich das peinliche Schauspiel der ‚Pro-NRW‘-Truppe im Sauer- und Siegerland. Zuerst machte die vollkommen überdimensionierte Busflotte in Hagen Station, wo rund 200 Protestierende sie mit Trillerpfeifen empfingen. Auch in Lüdenscheid sah es nicht viel besser aus, obwohl hier etwas weniger antifaschistische DemonstrantInnen vor Ort waren. Danach fuhr der Tross weiter nach Siegen.
Überall, wo ‚Pro NRW‘ auftaucht, gibt es teils massiven Gegenprotest. Interessierte hingegen finden sich nicht ein, also sprechen Brinkmann und seine „Kameraden“ mit sich selbst und inszenieren die ganz große Wahlkampfshow für ein nicht existentes Publikum. Wie ‚Pro NRW‘ allerdings zum Fazit kommt „Der undemokratische Widerstand gegen unsere Wahltour scheint nach 10 Städten gebrochen zu sein“, ist wie so vieles dieser Partei schier unerklärlich. Mit der Realität der vergangenen drei Tage hat diese Einschätzung nichts zu tun.

„fulminantes Ausrufezeichen“ – Die ganz eigene Wahrnehmung von Pro NRW

‚Pro NRW‘ ist eine Partei des Superlativ. Alles, was sie machen, verwandelt sich im Nachhinein nicht bloß in einen „vollen Erfolg“. Eine Steigerung ist immer möglich. Mini-Kundgebungen werden zu „Meilensteinen“ und einfache Infostände setzen ein „Fanal“. Zumindest in den Berichten auf ihrer Internetseite. Wer diese liest, muss denken, mensch habe es mit einer aufstrebenden Massenbewegung zu tun und nicht mit einer personell doch arg strapazierten Truppe von gescheiterten Rassist_innen. Dass ‚Pro NRW‘-Aktivist_innen ein verbohrtes Weltbild mit Hang zu parnodien Bedrohungsfantasien haben, war uns schon klar. Der Bericht über die gestrigen Veranstaltungen lässt aber vermuten, dass ihre Realtitätswahrnehmung mittlerweile total gestört ist.

So heißt es über den fünfzehn minütigen Infostand in Dortmund, er sei „erfolgreich“ verlaufen:

Zwar bot die Polizei ein enttäuschendes Auftreten und konnte nicht verhindern, dass Jörg Uckermann von einer Wasserbombe und Bernd Schöppe von Eiern getroffen wurde, aber dennoch setzten die pro-NRW-Aktivisten ein fulminantes Ausrufezeichen zum Abschluss des heutigen Tages in der Ruhrgebietsmetropole.

Drei Leute, ein Sonnenschirm, ein Auto und 15 Minuten lang Niedergepfiffen werden machen schon ein „fulminantes Ausrufezeichen“? Oha.
Weiter heißt es dann:

Auch viele interessierte Bürger hatten den Weg zur pro-NRW-Kundgebung gefunden und äußerten ihre Zustimmung.

Wo sie diesen „vielen interessierten Bürger“ gesehen haben, bleibt wohl ihr Geheimnis. Die 200 Gegendemonstrant_innen können sie doch nicht meinen?
Wer auch nicht in Dortmund anwesend war, war der eigentliche „Star“ der Bustour: Der ‚Pro NRW‘-Sponsor Patrik Brinkmann. Er hatte sich nach dem ermüdenden Auftritt in Unna-Massen wohl schon ins Hotel begeben. Naja, Schlaf tut bekanntlich gut und ‚Pro NRW‘ hat sich ja noch einiges vorgenommen. Schließlich müssen weitere „volle Erfolge“ eingeholt und „fulminante Ausrufezeichen“ gesetzt werden. Dann: „Gute Nacht“.

Wahlk(r)ampftour, zweiter Tag

Östliches Ruhrgebiet. Auch am zweiten Tag ihrer zum „Kreuzzug“ hochstilisierten Wahlkampftour schlug den Rassist_innen von Pro NRW heftiger Protest entgegen. An keinem der Kundgebungsorte konnte Pro NRW wie geplant auftreten.

Bereits gestern hatte Pro NRW Minden, Bad Salzuflen, Bielefeld und Gütersloh angesteuert. In Gütersloh brannten dem Busfahrer von Pro NRW die Sicherungen durch. Er fuhr in eine Gruppe Gegendemonstrant_innen, die nur mit Glück nicht überfahren wurde. Bericht der Antifa Jugend Minden zum gestrigen Tag

Für den heutigen Tag mobilisierte seit zwei Wochen ein Bündnis aus Antifagruppen unter dem Motto „Den Pro NRW Kundgebungen am 4. Mai Contra geben!“ zu Protesten. In Unna veröffentlichten Antifagruppen, Parteien und soziale Organisationen eine Resolution gegen Pro NRW.

Die vier Stationen des zweiten Tages:

Paderborn

Um 10:30 erreichte der Konvoi von Pro NRW den Westerntorplatz in Paderborn. Bereits hier wurden die „Kreuzzügler_innen“ von einer Gegenkundgebung übertönt. Etwa 150 Menschen machten ihrem Unmut Luft und verhinderten eine größere Außenwirkung der rassistischen Wahlkundgebung.

Soest

Auch in Soest fanden sich ca. 160 Menschen auf dem Marktplatz zusammen um gegen Pro NRW zu protestieren. Die Polizei fiel hier durch Vorkontrollen und ein martialisches Aufgebot an behelmten Polizisten unangenehm auf. Nicht verhindern konnten die eingesetzten Polizisten jedoch, das der Tourbus von Pro NRW erneut mit Eiern und Flaschen beworfen wurde. Die Polizei nahm daraufhin drei Demonstrant_innen in Gewahrsam.
Als der Konvoi Soest wieder verlassen wollte, versuchten Teilnehmer_innen der Kundgebung die Abfahrt mit einer Sitzblockade hinauszuzögern.

Unna-Massen

Nachdem der Wunschort von Pro NRW, der Unnaer Marktplatz, aufgrund der Zahlreichen Wahlkampfstände andere Parteien nicht für die Wahlkampftour zur Verfügung stand, musste Pro NRW auf den Gemeindeplatz im Vorort Massen ausweichen.
Trotz der kurzfristigen Änderung fanden 60 Menschen den Weg nach Massen, wo Pro NRW auf dem ansonsten leeren Platz am Massener Hellweg ihr Sprüchlein aufsagten. Außenwirkung gleich Null, und der Frust war ihnen zu diesem Zeitpunkt deutlich anzumerken.

Dortmund

Bereits um 17:00 sammelten sich am Platz von Netanya, dem angekündigten Kundgebungsplatz, Gegendemonstrant_innen. Gegen 17:30 wurde dann publik, dass Pro NRW auf den Platz oberhalb der Katharinentreppen ausweichen wollte. Die mittlerweile auf 200 Demonstrant_innen angewachsene Menge zog daraufhin über die Kampstraße zum Pro NRW Wahlkampfstand.
Der Tag schien bei den tapferen „Kreuzzügler_innen“ bereits seinen Tribut gefordert zu haben: statt dem Konvoi mit Bus und Lautsprecheranlage erschienen nur ein Kleinbus, dem Jörg Uckermann und Bernd Schöppe entstiegen, um neben einem Pro-NRW-Sonnenschirm ein paar Flyer zu verteilen und über ein Megafon eine Rede zu halten.
Innerhalb weniger Minuten war der Wahlkampfstand von Gegendemonstrant_innen umzingelt. Mehr als ein „Hallo Dortmund“ war nicht zu hören, alles weiter ging in den Pfiffen und Buhrufen der Gegendemonstrant_innen unter. Etwa 10 Minuten, eine Wasserbombe und mehrere Eier später ließ sich Pro NRW von der Polizei eine Gasse freiräumen und verließ Dortmund.
Ein Teil der Gegendemonstrant_innen fuhr daraufhin mit der U-Bahn nach Dortmund-Dorstfeld, um mit einer spontanen Demonstration im als Nazihochburg bekannten Stadtteil den Tag abzuschließen. Der als Lautsprecherwagen des „NW Dortmund“ genutzte Kleinbus tauchte im Verlauf der Demo auf, musste auf der Straße wenden und das Weite suchen. Mit einer Kundgebung am Wilhelmsplatz, bei der erneut über Pro NRW informiert wurde, endete die Spontandemo gegen 18:30.

Auch am zweiten Tag ihrer Wahlkampftour waren die Rassist_innen von Pro NRW damit in keiner der angesteuerten Städte erfolgreich. Wir ziehen nach zwei Wochen Vorbereitung ein positives Fazit. Unser Ziel, an allen Haltepunkten der Tour die Kundgebungen zu stören und eine Außenwirkung zu verhindern haben wir erreicht. Viel Erfolg wünschen wir den Gruppen die in den nächsten Tagen Proteste organisieren. Und an Pro NRW: macht es wirklich Spaß, 3 bis 4 mal am Tag mit Eiern beworfen zu werden?

Presseschau (Update)

Soest
Soester Anzeiger

Unna
Westfälische Rundschau
Hellweger Anzeiger
Antenne Unna

Dortmund
Westfälische Rundschau
Ruhrnachrichten
Blick nach Rechts
NRW Rechtsaußen

Dortmund: Fotobericht


Von Unna-Massen ging es für die ‚Pro NRW‘-AktivistInnen weiter nach Dortmund. Allerdings hatte sich ihre Zahl dort auf ein Viertel reduziert. Nur noch drei Personen – Jörg Uckermann, Bernd Schöppe und ihr „Bodyguard“ – trauten sich auf den Platz oberhalb der Freitreppen. Fast 200 AntifaschistInnen umlagerten den Stand, so dass Schöppe nach kurzer Zeit den Sonnenschirm einrollte und sich in seinen Bulli verzog. Den Lautsprecherwagen und den Reisebus hatten sie gar nicht erst mitgenommen. Die Polizei drängte die Protestierenden ab und ‚Pro NRW‘ flüchtete aus Dortmund. Im Anschluss demonstrierten Antifas noch spontan in Dortmund-Dorstfeld und sorgten dafür, dass sich die Nazis des ‚Nationalen Widerstands‘ verkriechen mussten. Hier geht der Fotobericht weiter. (mehr…)

Fotobericht: Unna-Massen

pro nrw in unna-massen
Ein trauriges Häuflein von ‚Pro NRW‘ versammelte sich auf dem Gemeindeplatz in Unna-Massen. Gerade einmal ein Dutzend Personen nahmen an der rechten Kundgebung teil, inklusive Busfahrer und den „Bodyguards“ von ‚Vlaams Belang‘ aus Belgien. Die übliche Hetze gegen „Islamisierung“, „linke Extremisten“ und „Altparteien“ überzeugte niemanden. Über 60 GegendemonstrantInnen protestierten von zwei Seiten und übertönten die Reden mit einem Pfeiffkonzert. Zwischen den zwei Gruppen eine Hunderschaft Bereitschaftspolizei und ein Hundeführer. Nach einer knappen Stunde war`s vorbei. Hier geht der Fotobericht weiter. (mehr…)

Soest: Kurzbericht zu den Protesten

Auch in Soest fanden in der Innenstadt Proteste gegen die Wahlkampftour von ‚ProNRW‘ statt. Dieser verliefen weitestgehend friedlich und es beteiligtten sich, eigenen Schätzungen zu Folge, nach einer Woche Mobilisierung über 160 Leute. Diese entsprangen allen Milieus von Punks über die Jugendkirche und natürlich Anifas.

Im Vorfeld gab es mehrere Vorkontrollen seitens der Polizei, neben der Aufnahme von Personalien wurde auch das Handgepäck durchsucht und abgefilmt. Zudem wurde mit weiteren Repressionen gedroht. Es flogen zudem scheinbar mehrere Eier sowie Flaschen beschädigten den Bus. Laut der Polizei wuren drei Personen festgenommen. Seitens „Pro NRW“ gab es zwei Anzeigen.

Des Weiteren gab es den Versuch einer Sitzblockade um die Abreise zu weiteren Kundgebungsorten zu verzögern. Ein vollständiger Bericht wird in den nächsten Tagen auf den Seiten der Antifa Soest zu lesen sein.